Bericht über den 43. Arbeitskreis vom 23. Januar 2014

12. Juli 2014 AK Schule 0 Kommentare

„Bilder sprechen – mittels Bildern sprechen. Karikaturen und Foto-Ikonen als Impulse zum Sprechen über die deutsch-französischen Beziehungen“

Referentin: Dr. Ingeborg Christ 

Bericht: Ulrike Hebel 

Die deutsch-französischen Beziehungen – immer nachhaltig geprägt durch das jeweils ‚aktuelle‘ couple franco-allemand  –  seitdem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Jahr 1963 mit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages den Grundstein für diese dauerhafte, sich entwickelnde – mehr als nachbarschaftliche Zusammenarbeit- legten, boten Literaten, Filmemachern, Journalisten – um nur einige anzuführen – stets Anlass zu Kommentaren, Kommentierungen, Geschichten etc.. Doch nicht nur ihnen.

Karikaturisten bietet das ‘couple franco – allemand‘ seit jeher Gelegenheit, mit spitzer Feder und geschultem Blick den Beziehungsstatus abzubilden. Dieser akzentuierte und akzentuierende Blick der Meister der zeichnenden Zunft stand am 23. Januar im Mittelpunkt des Arbeitskreises für Französischlehrkräfte im Rahmen der deutsch –französischen  Gesellschaft  Duisburg. Es ist mittlerweile  gute Tradition, dass  die deutsch-französische Gesellschaft Duisburg rund um den Geburtstag des Elysée-Vertrages eine französische Woche gestaltet. In diesem Rahmen und Kontext fand der 43. Arbeitskreis statt.

„Bilder und Karikaturen spiegeln Ereignisse und Schwankungen in den deutsch-französischen Beziehungen, je nach Intention in dokumentarischer oder subjektiv-wertender Weise, manchmal liebenswürdig-humorvoll, manchmal auch verzerrend und vielleicht sogar erschreckend.“ So lud Ingeborg Christ zu diesem Arbeitskreis ein, der ein seit Jahren abiturrelevantes Thema in den Mittelpunkt stellte. Diesmal – und das ist das außerordentlich Reizvolle  – mit einem textfreien Zugang.

Denn: “les images nous parlent“. Dass es so ist und sie es auf vielfältige Weise tun,  ließ die Referentin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer reichen und sehr abwechslungsreichen Bilderauswahl erfahren. So erweiterte sich der Titel „Bilder sprechen – mittels Bildern sprechen“ kurzerhand dank der motivierenden Anleitung von Ingeborg Christ um die Facette ‚miteinander über Bilder sprechen‘.

In einer entspannten, äußerst  anregenden Atmosphäre bot  Ingeborg Christ den anwesenden Lehrkräften in zahlreichen Varianten  Gelegenheit, Bilder/ Karikaturen sprechen zu lassen.  Die Teilnehmerinnen nahmen diese Aufforderung begeistert wahr, sprachen über Bilder oder mittels Bildern in unterschiedlichsten Formen dank der wunderbar motivierenden  Anleitung der Referentin.

Bildlesekompetenz (vgl. Lehrplan) in der Progression vom Betrachten zum Deuten vor interkulturellem Hintergrund konnten die Teilnehmer ausprobieren und in ihrer Wirkung  erfahren. Beispiele fürs Semantisieren, Kommentieren, Analysieren rundeten die Arbeit ab und ermöglichen eine unmittelbare Übertragung auf bzw. in den Unterricht.

Das interessante Angebot wurde von den teilnehmenden Lehrkräften  mit der Option, es direkt mit anderen Fachlehrkräften zu erproben, sehr gern wahrgenommen.  Ebenso  großen Zuspruch fanden die höchst informativen  Ausführungen zur Geschichte der Bilder im (Sprach -) Unterricht.

Die Beziehung des couple franco-allemand in seiner wechselhaften Geschichte wird in der symbolischen Darstellung besonders deutlich – im Wechsel in der Darstellung vom Erbfeind zum tanzenden Paar. Wobei sich immer wieder die Frage aufdrängt, wer denn wohl führt. Auch in diesem Fall regte die ausgezeichnete Bilderauswahl die Diskussion an. Von der Repräsentation des Deutschen mit ‚casque à pointe‘ und  seinem französischen Pendant mit ‚bicorne‘ bis hin zum tanzenden Paar ‚Merkozy‘  spannte sich der Bogen.

Dass die Beispiele nicht nur dem Zeichenstift der großen Karikaturisten wie u.a. Plantu (www.leplantudumois) entstammten, sondern auch Schülerarbeiten ihren Platzfanden, hatte einen ganz besonderen Charme. So erfuhren die Lehrkräfte Interessantes und Überraschendes über den  Blick der Jugend auf die dt.-frz. Beziehungen. Das Verhältnis zu unseren Nachbarn auf kreative Art im Unterricht kommentieren zu lassen, ist mehr als einen Gedanken wert.

Schließlich:

Für die  35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer  war die Veranstaltung inhaltsreich, anregend und sehr motivierend. Das Bild  (als Medium) im Unterricht in seiner Entwicklung vom Stellvertreter zum Türöffner im Kontext eines kompetenzorientierten Sprachunterrichts wurde durch ein umfangreiches Dossier abgerundet. Bestens ausgestattet mit Anregungen für den eigenen Unterricht und umfangreichem Material konnten die Lehrkräfte erfrischt durch das Ausprobieren den Heimweg antreten.

Der Referentin wurde mit herzlichem Beifall für den außerordentlich angeregten und anregenden, professionellen Arbeitskreis gedankt.

Dank gilt neben der Referentin  auch Herrn Jürgen Lohmann (Cornelsen Verlag) und Herrn Donat (frz. Buchhandlung Duisburg), die mit interessanten Büchertischen den Arbeitskreis unterstützten Dagmar und Erika Troost sei ebenfalls gedankt für die logistische Unterstützung.“

 


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