Vorschläge der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg e.V. zur Erneuerung des Elysée-Vertrage

23. April 2018 Allgemein, Top-Nachricht 0 Kommentare

 

Die DFG Duisburg begrüßt den Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für ein neues Kooperations- und Freundschaftsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich, das durch die Resolution, die am 22. Januar 2018 vom Deutschen Bundestag und der Französischen Nationalversammlung unterzeichnet wurde, nochmals bekräftigt wird.

Die DFG Duisburg schlägt folgende Punkte für eine Umsetzung im erneuerten Elysée-Vertrag vor:

1.Auf zivilgesellschaftlicher Ebene:

  • Zivilgesellschaftliche Initiativen sind seit Ende des Zweiten Weltkrieges ein wesentlicher Pfeiler der deutsch-französischen Annäherung. Um diese zu intensivieren, einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten zu fördern, sollte ein offizieller Städtepartnerschaftstag eingeführt werden.
  • Die Organisation von Besuchen im Nachbarland wird den Partnerschaftsvereinen durch administrative und versicherungstechnische Hürden erschwert. Um diese abzubauen, sollten administrative Verfahren möglichst gering gehalten werden. Ein vereinfachter, unbürokratischer Zugang zur Finanzierung von Projekten würde den DFGn und den Partnerschaftsvereinen einen größeren Handlungsspielraum einräumen, um deutsch-französische Themen in der Zivilgesellschaft zu verankern und für deren Bedeutung zu sensibilisieren.
  • Die Formalitäten für deutsch-französische Eheschließungen sollten dringend vereinfacht und die juristischen Regelungen harmonisiert werden.

2. Auf kultureller und bildungspolitischer Ebene:

  • Die DFG Duisburg begrüßt die beabsichtigte Einrichtung von Kulturzentren, befürwortet jedoch eine stärkere Dezentralisierung dieser Zentren bei gleichzeitiger Vernetzung mit bestehenden Gesellschaften und Organisationen in den Städten und Regionen der beiden Länder.
  • Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE ist eine Erfolgsgeschichte seit seiner Gründung. Er sollte noch verstärkt Sendungen zur Kultur des Nachbarlandes anbieten. Wünschenswert wären deutsch-französische Schulfunkprogramme, die von den deutschen Regionalsendern in den vergangenen Jahren weitgehend eingestellt wurden.
  • Nach dem Beispiel der Quote für französische Musik bei den Radiosendern in Frankreich sollte in beiden Ländern eine Quote für die Musik des Nachbarlandes eingeführt werden.
  • Um eine optimale sprachliche Förderung zu gewährleisten, sollten verstärkt Bildungsangebote für Lehrer im Nachbarland ausgebaut und gefördert werden (z. B. durch Sommerakademien).
  • Mit finanziellen Förderprogrammen sollten Lehrer befähigt werden, Sachfächer in der Sprache des Nachbarlandes zu unterrichten.
  • Während es im Bereich der Schulen und Hochschulen eine Reihe von Austauschprogrammen und Fördermöglichkeiten gibt, sollten diese im Bereich der beruflichen Bildung und für junge Arbeitnehmer in großem Rahmen ausgebaut und beworben werden. Um dies zu erreichen, müssen die Unternehmen, Verbände und Schulträger der beruflichen Bildung in die Pflicht genommen werden. Zur Vorbereitung von Arbeitsaufenthalten muss fachsprachlicher Unterricht angeboten werden.
  • Die Bürokratie im Schulaustausch (einschließlich Lehreraustausch) sollte abgebaut werden. Hilfreich wäre eine Vermittlungsstelle für solche Austausche, die sich eine Austauschquote von 10 % zum Ziel setzt.
  • Gemeinsame Projekte zwischen Institutionen der beruflichen Bildung sollten organisiert und gefördert werden.
  • Dringend geboten ist eine Harmonisierung von Berufsabschlüssen.

Die vorstehenden Anregungen und Beispiele zielen auf eine Entbürokratisierung und damit auf eine Ausweitung von Austauschprojekten und Begegnung in vielfältiger Weise ab. Eine Vereinfachung der administrativen Verfahren würde nicht nur mehr Austausch befördern, sondern ihn auch neuen Zielgruppen zugänglich machen. Auch würde die Qualität der Deutsch- bzw. Französischkenntnisse verbessert und somit verstärkt der Zugang zur Kultur des Nachbarlandes vereinfacht werden.

 


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