Kommentar der Neuen Ruhr Zeitung: Unter guten Freunden.

2. Februar 2016 Allgemein 0 Kommentare

Wir erinnern uns?

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Stefan Endell, Redakteur mit bes. Aufgaben der Neuen Ruhr Zeitung Duisburg.

Duisburg und Calais sind bekanntlich „ziemlich gute Freunde“.
Und dies schon seit dem Jahr 1964. Der 22. Januar eines jeden Jahres ist – in Anlehnung an den 22. Januar 1963 (Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages) –  stets der „Tag der deutsch-französischen Freundschaft“.  Frankreichs Präsident Jacques Chirac und Kanzler Gerhard Schröder hatten dies im Jahr 2003, passend zum 40. Jubiläum dieser Signatur, so eingefädelt.

Seitdem ist in allen Städten und Gemeinden, in denen das deutsch-französische Herz pulsiert, dieser Tag also ein „Feiertag“. Ein festes Rendezvous unter Freunden. Natürlich auch in Duisburg, wo gestern Abend im Rathaus am Burgplatz die Stadt alle Frankreich-Freunde – voran die Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft – zu einem Empfang geladen hatte.

Unter Freunden darf man dann auch mal ein offenes Wort führen: Mit Erschrecken und großer Betroffenheit haben der Vorstand und die Mitglieder der Deutsch-Franzzösischen Gesellschaft Duisburg nach den monströsen Terror-Anschlägen in Paris vom November in verschiedenen TV-Nachrichtenkanälen zur Kenntnis nehmen müssen, dass in der türkischen Stadt Gaziantep Anhänger und Freunde des so genannten Islamischen Staates mit fröhlichen Hupkonzerten und Auto-Korso umherzogen und den Erfolg (= 130 ermordete Menschen in Paris) begeistert feierten.

Gaziantep aber ist wie Calais Partnerstadt von Duisburg. Zu recht hat deshalb gestern beim Empfang im Rathaus DFG-Präsident Wolfgang Schwarzer angemerkt, dass man in Duisburg dazu Stellung beziehen müsse. Oder, um es zugespitzt zu sagen: Man kann nicht mit Tätern und Opfern gleichzeitig befreundet sein!

Apropos „Opfer“: Wir Duisburger Bürger sind aber auch allesamt gefordert, auf unsere französischen Freunde einzuwirken, damit das Flüchtlings-Drama in Calais („der Dschungel“) nicht doch noch zur furchtbaren Tragödie wird.

(aus: NRZ Duisburg, 23.1.2016, Stefan Endell).

 

 

 

 



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