Premiere: Zehn Gäste hoben die Gläser beim “apéro virtuel”

30. April 2020 Top-Nachricht 3 Kommentare
Fotos: SE / DFG DU

(Duisburg, 30. April 2020). Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg hatte die Vorsitzende der DFG, Waltraud Schleser, zu einem “Apéro” eingeladen, der von deutschen und französischen Gästen gut besucht war. Und doch saß die Vorsitzende der DFG an diesem Abend mutterseelen-alleine zu Hause an ihrem Wohnzimmertisch: Wie passt das zusammen? Antwort: Ganz einfach: In Zeiten der bitteren, aktuellen Corona-Krise hatte die Vorsitzende der DFG, aus der Not der staatlich verordneten Abstandsregelung, zu einem “Apéro virtuel” geladen.

Und zehn Gäste aus Duisburg, Düsseldorf, aus dem Burgund, aus Nord-Frankreich und aus der Touraine waren dieser Einladung zum Plaudern mit einem Aperitif in der Hand und ein paar Knabbereien in Griffnähe gerne gefolgt.

Der Unterschied zu einem normalen Apéro: Alle Gäste saßen vor ihrem PC oder einem Laptop, alle Computer waren Mithilfe einer Video-Konferenzschaltung, die Waltraud Schleser organisiert hatte, zusammengeschaltet. Und ein jeder trank – so nah und doch so weit entfernt-  in seiner Corona-Einsamkeit seinen Aperitif.

Von 18.30 Uhr an diesem Donnerstag vor dem 1. Mai 2020 bis kurz nach 20 Uhr plauderte die deutsch-französische Runde in französischer Sprache gut gelaunt über dies und das, so auch über “muguets” – Maiglöckchen, die man in Frankreich traditionell zum 1. Mai kauft und verschenkt. (Und was ist eigentlich “mugueter”, also das Verb von “muguet” = Maiglöckchen? Antwort: Süßholz raspeln, jemanden den Hof machen).

Eine Freundin der DFG-Vorsitzenden, wohnhaft in Burgund, zeigte den Gästen auf, dass erst ein Crémant plus Crème de Cassis, der zusammengefügt einen herrlichen Kir Royal ergibt, zusammen mit Rondelle de Lyon (geschnittener Salami) und Gebäck einen klassischen Apéro ergeben. Wunderbar.

Die anderen Gäste saßen vor einem amerikanischen Whisky, einem frischen Rosé aus der Provence bzw. vor einem herrlichen Riesling aus dem Rheingau, oder einem alkoholfreien Saft. Und so kam man ins Erzählen über eigene Erfahrungen mit der Corona-Krise: Confinement, déconfinement, striktes Ausgehverbot in Frankreich und erste Lockerungen in Deutschland, die krasse Isolation der Senioren und Greise in den Heimen, Maskenpflicht hier und dort, über die Deutschen, den es offenbar mal wieder besser gelingt, aus der Krise zu kommen als ihren französischen Nachbarn. Wie ist das “miracle allemand” nur möglich?

Es war eine heitere Runde in düsteren Zeiten, die allen dennoch eine herzliche Entspannung und eine heitere Laune bescherte. Nach gut 90 Minuten trennte sich die Runde und man verabredete sich zu einer Wiederkehr – bei einem neuen Apéro virtuel der DFG Duisburg, den die DFG-Präsidentin in Aussicht stellte. (SE).


3 Kommentare

  1. Karin Torchalski on said:

    Eine hoch interessante Runde, die das Savoir Vivre der französischen TeilnehmerInnen nicht nur an den vorgestellten Aperitifs und den begleitenden Spezialitäten deutlich werden ließ, sondern auch an der engagiert-unaufgeregten Art der Diskussion.
    Für jemanden, der sich eher zurückhaltend -radebrechend in den enorm schnellen Sprachfluss der übrigen TeilnehmerInnen einzubringen versuchte, war es dennoch ein großer Gewinn, immerhin allen “ohne Maske” zuhören und zuschauen zu dürfen.
    Wobei die Demonstration der von vielen dargebotenen Masken ihres Corona-Alltags erstaunliche Modelle zeigte. Grand merci an alle!


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