Städtepartnerschaft Duisburg-Calais

Kurzfassung der historischen Entwicklung der Städtepartnerschaft Duisburg – Calais von den Anfängen bis heute

1958 nahmen die Bemühungen des damaligen Oberbürgermeisters August Seeling ihren Anfang, neben der seit 1950 bestehenden Städtepartnerschaft mit der englischen Hafenstadt Portsmouth, auch eine weitere Partnerschaft mit einer französischen Stadt zu erreichen.

Es dauerte bis 1960, dass Calais als mögliche Partnerstadt ins Gespräch kam. Zu diesem Zeitpunkt ergriff Robert Fort, ein in Duisburg lebender Franzose und Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg e.V.,  die Initiative und setzte sich in mehrjähriger unermüdlicher Arbeit für das Zustandekommen der Städtepartnerschaft ein. Er fand bei Jaques Vendroux, dem damaligen Bürgermeister von Calais, der gleichzeitig Präsident der Französisch-Deutschen Gesellschaft und Vizepräsident des Europaparlaments war, die notwendige Unterstützung für sein Anliegen. Es gab viele Schwierigkeiten und Vorurteile zu überwinden. Aber am 13. Juli 1964 beschloss der Rat der Stadt Duisburg die Partnerschaft mit Calais. Vom 09. bis 10. September 1964 weilte eine offizielle Delegation aus Calais unter Leitung von Bürgermeister Jaques Vendroux in Duisburg, bei der die Partnerschaft besiegelt wurde. Herr Vendroux, ein Schwager von Staatspräsident de Gaulle, erklärte: „Der Präsident weiß, dass ich bei Ihnen bin“. Daraufhin erfolgten umgehend viele gegenseitige Besuche von Bürgern beider Städte in den Bereichen Sport, Kultur, Jugend  und Schule.

Die Pflege und Vertiefung der Partnerschaft sollte weitgehend von der DFG Duisburg betrieben werden. Die DFG Duisburg konnte jedoch die Vielzahl der Aufgaben personell nicht bewältigen, und es wurde am 22. März 1965 seitens der Stadt Duisburg das Freundschaftskomitee Calais – Duisburg gegründet, an dem sich neben Persönlichkeiten aus Rat und Verwaltung der Stadt, die DFG sowie alle Zweige der Bürgerschaft beteiligen sollten.

Vorsitzender des Komitees wurde der Motor der Städtepartnerschaft  und Vorsitzender der DFG  Robert Fort, der dieses Amt bis zu seinem Ausscheiden am 09. Juni 1967 bekleidete.

Das Freundschaftskomitee war nun offizieller Ansprechpartner für alle Sportvereine, Schulen, Kulturschaffende, Gewerkschaften, Kirchen, Chöre und dem Stadtsportbund für Begegnungen mit Calais. Auch wurden ihm aus dem Stadthaushalt finanzielle Mittel für die Begegnungen zur Verfügung gestellt.

Dieses Komitee war bis zu seiner Auflösung 1998 für die Partnerschaft zuständig. Danach und bis heute ist das Büro des Oberbürgermeisters für Protokoll und Auslandsbeziehungen zuständig.

Die jetzt fast 55jährige Partnerschaftsbeziehung erlebte Höhen und Tiefen sowohl auf politischer wie auch bürgerschaftlicher Ebene, war aber im Rückblick und ist auch weiterhin voraussichtlich eine Erfolgsgeschichte.

In den ersten 25 Jahren von 1964 bis 1989 haben sich über 13 000 Menschen der beiden Städte gegenseitig besucht. Bis heute dürfte sich die Gesamtzahl auf ca. 30 000 Menschen belaufen.

Ferner haben sich zahlreiche persönliche Freundschaften entwickelt, die auch Eheschließungen hervorbrachten. Ein Netz von Freundschaften und Verwandtschaftsbeziehungen entstand. Die daraus resultierenden privaten Besuche sind in den obigen Zahlen nicht eingerechnet.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Duisburger Städtepartnerschaft hinsichtlich der Völkerverständigung eine Erfolgsgeschichte ist, genauso wie die anderen ca. 2100 Städtepartnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich.

Klaus Jankus

Archivar der DFG Duisburg