Deutsch-Französischer Vorlesespaß

7. Juni 2019 Top-Nachricht 0 Kommentare

Il était une fois / es war einmal …

Es war einmal / Il était une fois ... ist ein Zauberwort, mit dem sich deutsche, französische, alle Kinder gern in eine andere Welt entführen lassen. Bei dem allmonatlichen Vorlesespaß der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Stadtbibliothek Duisburg können Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren mit den „Helden“ einer französischen Bilderbuchgeschichte bangen, zittern, sich freuen.

Aber wie soll das gehen bei einer Geschichte in französischer Sprache? Ganz einfach. Der Vortrag erfolgt in den beiden Sprachen französisch und deutsch und wird begleitet von Bildern,  Mimik und Gestik. So ist das Verstehen kein Problem. Zusätzlich werden die Ohren geschärft für die Laute der französischen Sprache, die die Kinder vielleicht später einmal in der Schule lernen oder bei einem Urlaub in Frankreich hören werden. Drei Vorleserinnen tragen im Wechsel jedes Mal eine andere lustige, bewegende oder überraschende Bilderbuchgeschichte vor. Anschließend wird immer etwas zum Inhalt der Geschichte gebastelt oder gemalt, so dass die Kinder ein schönes und persönliches Erinnerungsstück nach Haus mitnehmen können.

Le jeune loup qui n’avait pas de nom / Der junge Wolf, der keinen Namen hatte

Bei der Veranstaltung am 5. Juni 2019 war die Hauptfigur ein junger Wolf. Dieser ist unglücklich, weil er keinen Namen hat. Seine sechs Geschwister können mit Namen genannt werden, die Mutter, der Vater können sie rufen, ermahnen, loben, aber unser namenloser Wolf wird meistens vergessen. Manch anderem Tierkind geht es nicht besser. Es sind immer die siebten unter den Geschwistern, die keinen Namen haben und ebenso traurig sind wie unser junger Wolf. Die zuhörenden Kinder des Vorlesespaßes konnten sich vorstellen, dass man sich ohne Namen ausgeschlossen, einsam, eben namenlos fühlt.

Aber ein alter Mann will den unglücklichen Tierkindern helfen. Für jedes hat er einen Namen in seinem großen Sack. Allerdings, so mahnt er, sollen sie in ihrer Ungeduld nicht vergessen, dass der letzte Name in seinem Sack der schönste von allen ist. Doch die Tierkinder halten es nicht lange aus. Sie stürzen sich auf den Sack, ziehen ein Namensschildchen heraus und gehen beglückt davon. Alle außer unserem jungen Wolf. Er wartet bis zum Schluss, um den letzten, den schönsten Namen zu bekommen. Er erfährt, dass er den Namen des alten Mannes bekommen soll. Dieser lautet: “Ich bin derjenige, der den anderen einen Namen gibt”. Er findet tausende und abertausende Namen in dem großen Sack, die er nun durch die Welt tragen und vergeben wird. Viele Namenlose, Vergessene  wird er so beglücken können, die danach von ihrer Mutter, ihrem Vater, von Freunden angesprochen und herbeigerufen werden können und eine eigene Persönlichkeit sind.

Bricoler et colorier / Basteln und malen

Zum Abschluss des deutsch-französischen Vorlesespaßes zum namenlosen Wolfsjungen bastelte jedes Kind aus einem Rechteck Stoff und Klebeband ein Säckchen. Es wurden Schildchen eingelegt, die mit Namen beschriftet wurden, mit dem eigenen Namen, dem der Eltern und von Freunden. Dann wurden die Säckchen zugebunden. Zu gegebener Zeit werden sie vielleicht geöffnet werden, um einer Person, die man lieb hat, ihr Namensschildchen zu geben.

Ort des deutsch-französischen Vorlesespaßes: Zentralbibliothek im Stadtfenster, Steinsche Gasse 26, 47051 Duisburg

Termin:  Jeden ersten Mittwoch im Monat, 16 – 17 Uhr.

Animation: Ingeborg Christ, Doris Gerwinn-Langner, Francine Steinfels-Baudet (im Wechsel).

 

                                                                                  (Ingeborg Christ)


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