Der Choeur Febvotte aus Tours (Frankreich) trifft auf das Allerwelt-Ensemble Duisburg. (Foto: DFG Duisburg).
(Duisburg, 19. April 2026). Am Sonntagabend, dem 19. April, wurde die Liebfrauenkirche Duisburg zum Schauplatz eines außergewöhnlichen deutsch-französischen Chorkonzerts – eines Abends, der in seiner Intensität und Qualität weit über das Übliche hinausging.
Was sich dort entfaltete, war mehr als ein musikalischer Austausch. Es war ein lebendiges, spürbares Miteinander: 55 Sängerinnen und Sänger des Chors „Febvotte“ aus Tours trafen auf rund 20 Mitglieder des Rheinhausener Allerwelt-Ensembles – und gemeinsam schufen sie einen Klangraum, der von Energie, Präzision und emotionaler Tiefe getragen wurde.
Von den ersten Tönen an war deutlich, dass hier nicht einfach zwei Chöre nebeneinander standen. Vielmehr entstand ein gemeinsamer musikalischer Körper, in dem sich unterschiedliche kulturelle Hintergründe, musikalische Prägungen und persönliche Ausdrucksformen zu einem eindrucksvollen Ganzen verbanden. Die Stimmen verschmolzen, wechselten zwischen kraftvoller Geschlossenheit und fein abgestuften Nuancen – stets getragen von einer spürbaren gegenseitigen Wertschätzung.
Bemerkenswert zudem war die Dynamik zwischen Bühne und Publikum. Die musikalische Energie blieb nicht auf den Chorraum beschränkt, sondern übertrug sich unmittelbar in den Saal. Es entstand ein Dialog, der über das rein Akustische hinausging: ein Moment geteilter Erfahrung, der die Grenzen zwischen Aufführenden und Zuhörenden aufhob.
Auch die Zusammensetzung des Duisburger Ensembles verlieh dem Abend eine besondere Dimension. Neben der deutsch-französischen Begegnung wurde das Konzert durch die Mitwirkung sangstarker Migrantinnen und Migranten in Deutschland bereichert. Diese Vielfalt war nicht nur sichtbar, sondern vor allem hörbar – als Ausdruck einer offenen, lebendigen Chorkultur, die Integration nicht behauptet, sondern praktiziert.
Wann hat man zuletzt in Duisburg eine derart stimmige, intensive und zugleich menschlich berührende Begegnung erlebt? Dieses Konzert lieferte eine überzeugende Antwort: Musik kann Brücken schlagen – nicht abstrakt, sondern konkret, hörbar und erlebbar. In der Duisburger Innenstadt wurde an diesem Abend ein eindrucksvolles Beispiel dafür gegeben.
(Dies ist eine 1. Fassung des Textes, er wird im Laufe des Tages noch bearbeitet und verfeinert. / sten).

