Referentin: Hélène Kohl
Der politische Herbst 2026 hat begonnen – und mit ihm eine Phase, die die demokratische Landschaft in Frankreich und Deutschland tiefgreifend prägen könnte.
Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben einmal mehr gezeigt, wie tief der Rechtsextremismus im Osten Deutschlands verankert ist. Umfragen zeigen jedoch auch, dass die AfD bundesweit stark ist. In Frankreich hat der Wahlkampf eigentlich schon begonnen, sieben Monate vor dem ersten Wahlgang. Der Rassemblement National greift nach der Macht im Élysée.
Welche Parallelen lassen sich zwischen den Entwicklungen in Deutschland und Frankreich ziehen? Ist ein Vergleich überhaupt zielführend?
Während der französische Rechtspopulismus seit Jahren eine institutionelle Normalisierung (dédiabolisation) betreibt, radikalisiert sich die extreme Rechte in Deutschland in Teilen immer offener. In Frankreich führen Akteuren wie Bolloré seit Jahren einen erbitterten “Kulturkampf” (guerre culturelle). Das Ziel : Diskurse zu verschieben und Köpfe zu erobern, bevor die Menschen an die Wahlurnen treten. Funktioniert die systematische Beeinflussung des öffentlichen Raums in Deutschland nach ähnlichen Mustern? Wie kann man aus den Fehlern der französischen Politik- und Medienlandschaft lernen und diese vermeiden?
Und: Welche konkreten Folgen hat das Erstarken dieser Kräfte für das Fundament der deutsch-französischen Beziehungen?
Keynote-Sprecherin: Hélène Kohl, deutsch-französische Journalistin. Sie arbeitete zwei Jahrzehnte lang für die französische Pressegruppe Lagardère – und verließ das Unternehmen im Zuge der Übernahme durch den ultrakonservativen Milliardär Vincent Bolloré. Seit 2021 moderiert und produziert sie Le Podkast – um ihre Arbeit als Korrespondentin in Deutschland völlig unabhängig und im europäischen Geist fortzusetzen.
Am 22.9. um 18h15 im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, 47051 Duisburg. Teilnahme kostenlos.
Kooperation DFG, Stadtarchiv, Deutsch-Französisches Kulturzentrum Essen, Auslandsgesellschaft Dortmund, Europe direct.
Bild © Hélène Kohl

