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Zum Tod von Sempé: Merci, Genie!

  • Datum: 16. August 2022
  • Kategorien: Archiv

Im Winter noch elementar wichtiger als im Sommer: Die Belieferung mit Holz durch die Hilfsorganisation „Auberge des migrants“ in Calais. Für ein regelmäßiges Feuer, mit dessen Hilfe die Flüchtlinge rund um den aufgelösten „Dschungel“ sich wärmen können und sich Essen aufwärmen können. ©Foto: Auberge des migrants – Calais.

Jean-Jacques Sempé – RIEN N’EST SIMPLE (1962).

Paris – Duisburg, den 11. August 2022: Die traurige Nachricht des Tages: „Sempé ist tot“ – ein simpler, kleiner beunruhigender Satz, den aufzuschreiben mir niemals in den Sinn gekommen wäre. Einer wie Sempé kann gar nicht sterben. Er war doch immer für uns da und er ist es und wird es immer sein – eine feste Größe in unserem Leben. 

Aber jetzt ist er doch gestorben. 

Frankreich verliert seinen größten Porträtisten: Den  Zeichner und Karikaturisten Jean-Jacques Sempé, dem wir den „Kleinen Nick“ und vieles mehr zu verdanken haben. 

Ganz Frankreich trägt Trauer.   Ein guter Freund von Sempé hat es in der FAZ so formuliert: „Der Tod von Jean-Jacques Sempé ist in der kollektiven Verlusterfahrung der Nation in diesem Jahrhundert nur mit dem Hinscheiden der beiden Sänger Charles Trenet und Johnnie Hallyday zu vergleichen.

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Duisburg hat ihm zu Ehren in den vergangenen Jahren sehr gerne die eine und andere Veranstaltung angeboten. Denn wir alle lieben ihn. 

Ein Humorist zu sein und auch als solcher gesehen zu werden – das war Sempé wichtig. Er kommentierte in seinen Werken – wenn überhaupt, dann nur äußerst selten – das Weltgeschehen. Vielmehr wollte er das Zeitlose darstellen.

Sempés Zeichnungen zeigen Figuren, die sich den alltäglichen Herausforderungen des Menschseins stellen. Er zeichnete sie mit feinem und elegantem Strich, oft mit ironischer Doppelbödigkeit. Aber immer mit Empathie und mit einem perfektionistischen Anspruch.

Jean-Jacques Sempé wurde 1932 in Pessac bei Bordeaux geboren. Zwischen seiner Mutter und dem Stiefvater gab es offenbar viel Streit, mit fliegendem Geschirr und lautstarken gegenseitigen Vorwürfen. Sempés wohl berühmteste Serie „Le Petit Nicolas“, zu deutsch „Der kleine Nick“, ist ein Gegenentwurf zu dieser Realität.

Entstanden ist „Der kleine Nick“ zusammen mit Asterix-Erfinder René Goscinny, mit dem Sempé eng befreundet war. Darin erzählen beide die Abenteuer von Nicolas und seinen Freunden im Frankreich der 1950er- und 1960er-Jahre.

Dass „Der kleine Nick“ in 30 Sprachen übersetzt werden und sich fast acht Millionen Mal verkaufen würde, hätte Sempé selbst kaum für möglich gehalten. Und schon gar nicht, dass er mehr als 100 Titelseiten für das legendäre Magazin „The New Yorker“ zeichnen würde.

(Text: Stefan Endell).

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