Der Choeur Febvotte aus Tours (Frankreich – linkes Foto) trifft auf . . . das Allerwelt-Ensemble Duisburg, (rechtes Foto). (Foto: DFG Duisburg/sten).
(Duisburg, 19. April 2026). Am Sonntagabend, dem 19. April, wurde die Liebfrauenkirche Duisburg zum Schauplatz eines außergewöhnlichen deutsch-französischen Chorkonzerts – eines Abends, der in seiner Intensität und Qualität an Energie und Emotion kaum zu überbieten war. Choeur Febvotte aus Tours an der Loire und das Allerwelt-Ensemble aus Duisburg am Rhein waren die beiden Akteure. 55 Personen auf der eine Seite, 20 auf der anderen.
Was sich dort entfaltete, war mehr als ein musikalischer Austausch. Es war ein lebendiges, spürbares Miteinander: 55 Sängerinnen und Sänger des Chors „Febvotte“ aus Tours trafen auf rund 20 Mitglieder des Rheinhausener Allerwelt-Ensembles – und gemeinsam schufen sie einen Klangraum, der von Energie, Präzision und emotionaler Tiefe getragen wurde.
Von den ersten Tönen an war deutlich, dass hier nicht einfach zwei Chöre nebeneinanderstanden. Vielmehr entstand ein gemeinsamer musikalischer Körper, in dem sich unterschiedliche kulturelle Hintergründe, musikalische Prägungen und persönliche Ausdrucksformen zu einem eindrucksvollen Ganzen verbanden. Die Stimmen verschmolzen, wechselten zwischen kraftvoller Geschlossenheit und fein abgestuften Nuancen – stets getragen von einer spürbaren gegenseitigen Wertschätzung.
Die Chöre:
Der Chor Febvotte, in 2022 von Bastien Flori gegründet, seitdem von ihm geleitet und arrangiert, singt ein neu interpretiertes modernes Repertoire, in dem eine gelungene Mischung aus französischem Funk-/Rock, französischem Rap und internationalem Pop zusammentrifft – begleitet von Jérémie Frémont in einer elektrogeprägten Klangwelt.
Bemerkenswert zudem war die Dynamik zwischen Bühne und Publikum. Die musikalische Energie blieb nicht auf den Chorraum beschränkt, sondern übertrug sich unmittelbar in den Saal. Es entstand ein Dialog, der über das rein Akustische hinausging: ein Moment geteilter Erfahrung, der die Grenzen zwischen Aufführenden und Zuhörenden aufhob.
Auch die Zusammensetzung des Duisburger Ensembles verlieh dem Abend eine besondere Dimension. Neben der deutsch-französischen Begegnung wurde das Konzert durch die Mitwirkung sangstarker Migrantinnen und Migranten in Deutschland bereichert. Diese Vielfalt war nicht nur sichtbar, sondern vor allem hörbar – als Ausdruck einer offenen, lebendigen Chorkultur, die Integration nicht behauptet, sondern praktiziert.
Wann hat man zuletzt in Duisburg eine derart stimmige, intensive und zugleich menschlich berührende Begegnung erlebt? Dieses Konzert lieferte eine überzeugende Antwort: Musik kann Brücken schlagen – nicht abstrakt, sondern konkret, hörbar und erlebbar. In der Duisburger Innenstadt wurde an diesem Abend ein eindrucksvolles Beispiel dafür gegeben.
(Dies ist eine 1. Fassung des Textes, er wird im Laufe des Tages noch bearbeitet und verfeinert. / sten).

