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Anne Weber stellte „Annette – ein Heldinnenepos“ in Duisburg vor

  • Datum: 11. November 2021
  • Kategorien: Archiv

Im Winter noch elementar wichtiger als im Sommer: Die Belieferung mit Holz durch die Hilfsorganisation „Auberge des migrants“ in Calais. Für ein regelmäßiges Feuer, mit dessen Hilfe die Flüchtlinge rund um den aufgelösten „Dschungel“ sich wärmen können und sich Essen aufwärmen können. ©Foto: Auberge des migrants – Calais.

Es war sicher ein Höhepunkt in unserem Herbstprogramm: Anne Weber, Trägerin des Deutschen Buchpreises 2020, stellte ihr Buch „Annette, ein Heldinnenepos“ vor. Es handelt sich um ein echtes deutsch-französisches Ereignis, nicht nur, weil die Autorin ihre Werke zugleich in französischer und in deutscher Fassung – jeweils dem unterschiedlichen Zielpublikum angepasst – herausgibt, sondern weil die Handlung authentische deutsch-französische Geschichte aufgreift.

Die Begriffe Authentiziät und Epos scheinen sich beim ersten Blick auf den Titel auszuschließen. Auch mutet die Bezeichnung „Heldin“ sehr unzeitgemäß an. Aber Anne Weber braucht nur wenige Worte, um solche Vorurteile zurecht zu rücken und die Zuhörerinnen und Zuhörer für ihr Buch einzunehmen.

Worum geht es? Die Autorin, lernte eine „kleine, agile und auch schöne“ Frau von 94 Jahren kennen und erfuhr von ihrer spannenden und dramatischen Lebensgeschichte. Anne Beaumanoir war zwischen 1940 und 1944 aktives Mitglied der Résistance und kämpfte Ende der 50er Jahre in den Reihen der FLN (algerische Front de Libération Nationale) für die Emanzipation Algeriens vom französischen Kolonialismus. Was führt eine junge Frau dazu, vier Jahre lang ihr Leben für den Kampf gegen den Besatzer zu riskieren. Warum riskiert sie Verurteilung und Gefängnis für die Befreiung Algeriens zu einer Zeit, als dieses maghrebinische Land noch als Teil Frankreichs gilt?

Anne Weber führt den Leser durch diese authentische Lebensgeschichte. Sie wählt die Form des Epos, um die Differenz zwischen der Realität der Protagonistin und ihrem Blick als Autorin für den Leser erkennbar zu gestalten. Literarische Form als Bekenntnis zur Ehrlichkeit. So gestaltet sie auch den Titel. Wann lieber Leser, hättest Du jemals eine Frau als Protagonistin eines Epos gefunden? Da gab es bislang ganz selbstverständlich nur Männer. Aber hier geschieht nun – endlich – etwas Neues. Ein Frauenleben, explizit als Leben einer Heldin definiert, wird epische Realität. Und Geschichte, die uns betrifft, gestaltet sich als greifbares Menschenleben.

In dieser Kooperation von DFG und VHS moderierten Waltraud Schleser und Dr. Claudia Kleinert einfühlsam den Auftritt einer Autorin, die ihr starkes Buch und die persönlichen Hintergründe ihrer literarischen Arbeit offen, überzeugend und sympathisch vorstellte.

Die Veranstaltung im Saal der VHS war ausverkauft und es mussten leider noch weitere Interessenten auch abgewiesen werden. Das Publikum dankte für diesen spannenden Abend mit starkem Applaus.

Text und Foto: Wolfgang Schwarzer

 


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2021-12-07T16:15:00+01:00

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